Geschichte

Tradition seit 1950
Die Geschichte der Rudolph-Glauber-Apotheke

1950 eröffnete Marie-Luise Weißhaar in der Langgasse die „Neue Apotheke am Bahnhof“. Diese wurde dann 1954 anlässlich der Einweihung des Glauber-Brunnens am Marktplatz in „Rudolph-Glauber-Apotheke“ umbenannt, und trägt seitdem diesen Namen in Erinnerung an Rudolph Glauber, Chemiker und Entdecker des Glaubersalzes und Sohn der Stadt Karlstadt.

In den folgenden Jahren arbeiteten mit der Apothekenhelferin Frau Schmiedel (geb. Danz), die sicherlich dem einen oder anderen von Ihnen noch in guter Erinnerung ist, verschiedene Apotheker und Apothekerinnen zusammen.

Als 1969 das Haus in dem sich die Apothekenräume befanden verkauft wurde, man sich aber nicht auf einen Preis einigen konnte, baute Frau Weißhaar kurzentschlossen ein neues Haus in die Neue Bahnhofstraße 24, dem heutigen Standort.

Die Apotheke wurde von Herrn Architekt Horch geplant und nach den damaligen Richtlinien auf das Modernste eingerichtet und ausgestattet. Die feierliche Eröffnung war am 13. Mai 1969.

1973 begann für die Rudolph-Glauber-Apotheke eine neue Ära. Zum ersten Mal wurde sie verpachtet, und die Geschicke lagen fortan in den Händen von Frau Apothekerin Jenny. Als Frau Jenny nach 8 Jahren mit ihrer Familie nach Schweinfurt zog erhielt unsere Apotheke 1981 mit Frau Christa Steinert erneut eine neue Pächterin.

Doch auch Frau Steinert folgte 1984 ihrem Mann an den Chiemsee und am 1. Juli 1984 übernahm Frau Margarete Braun als dritte Pächterin die Rudolph-Glauber-Apotheke.

Als Frau Weißhaar sich entschloss die Apotheke zu verkaufen zögerte Frau Braun nicht lange und ist nun seit 4. März 1998 Eigentümerin der Rudolph-Glauber-Apotheke. Seit 1969 hat sich auch am äußeren Erscheinungsbild unserer Apotheke einiges geändert. Nach zweimaligem Umbau 1998 und 2003 entspricht sie den heutigen Vorschriften der Apothekenbetriebsordnung.      

Johann Rudolph Glauber
*1604, Karlstadt (Hessen), †10. 3. 1670; deutscher Chemiker

Glauber war Sohn eines Barbiers; er besuchte die Lateinschule und ging dann auf Wanderschaft. Zu dieser Zeit war er unter anderem als Apotheker und Spiegelmacher tätig; im übrigen eignete er sich sein Wissen autodidaktisch an. Nach Aufenthalten in den Niederlanden in den Jahren 1640-1644 und 1646-1650 übersiedelte er 1656 endgültig nach Amsterdam, wo er als «Chymist» arbeitete.

Glauber entwickelte zahlreiche chemisch-technische Prozesse und Apparaturen, zum Beispiel zur Herstellung des  «Spiritus fumans Glauberi», der roten rauchenden Salpetersäure. Er kannte die trockene Steinkohledestillation sowie trockene und nasse Erzaufschlußverfahren; zudem stellte er Aceton und Benzol her. Zu den von Glauber neuentwickelten oder verbesserten Substanzen zählen Kali-Mineraldünger, Schädlingsbekämpfungs- und Holzschutzmittel. Durch ein von ihm ersonnenen Verfahren zur Salzsäureherstellung mittels Einwirkung von Schwefelsäure auf Kochsalz entstand als Nebenprodukt das «Glaubersalz».

Bei allen chemischen und technischen Entwicklungen hatte Glauber stets auch deren Vermarktung und Herstellung in großem Maßstab im Auge. Er ging davon aus, dass ein gelenkter Export und eine verbesserte Rohstoffausnutzung den generellen Lebensstandard heben würden, konnte dies aber wegen der Zersplitterung Deutschlands in Kleinstaaten nicht in die Tat umsetzen. Glauber beschäftigte fünf oder sechs Arbeiter in seinen Laboratorien und starb als reicher Mann, vermutlich - wie viele seiner Kollegen in den kommenden Jahrhunderten - an einer chronischen Vergiftung durch die Laborchemikalien.

Während Glauber als einer der ersten Chemietechnologen der Neuzeit gilt, blieb er in seinen theoretischen Denkansätzen den Lehren von Paracelsus und M Sendivogius verhaftet.

Zu Glaubers bekanntesten Werken - er verfasste etwa 40 Bücher - zählen «Glauberus concentratus»  von 1668 und die vierbändigen gesammelten Werke («Opera omnia»), die 1651-1656 erschienen.

Glaubersalz
Die chemische Verbindung Natriumsulfat ist ein farbloses bzw. weißes Salz, für das Glauber über 50 Verwendungsmöglichkeiten beschrieb. Er nannte es «Sal mirabilis» (später auch «Mirabilit» und «Glaubersalz») und hielt es für ein Allheilmittel. Auch heute noch sprechen einige Menschen dem «Wundersalz» heilende Kraft zu; schulmedizinisch wird es allenfalls als (osmotisch wirkendes) Abführmittel eingesetzt.